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Warum ein konfrontatives Sozialtraining ?
Angesichts der stetig steigenden Anforderungen in unserer Gesellschaft
haben viele Jugendliche zunehmend Schwierigkeiten, sich
in angemessener Weise zu verhalten. Sie können häufig
nicht zwischen den erforderlichen Verhaltensebenen trennen und
gelten als „verhaltensauffällig“ Damit wird
meist ein latent aggressives oder offensiv feindliches Verhalten
bezeichnet.
Andere hingegen ziehen sich zurück und leben eigenbrötlerisch
und isoliert. Gemeinsam ist den Jugendlichen, dass sie sich oft aus der Gemeinschaft zurückziehen und durch ihr Verhalten anecken. Um aber sozial kompetentes Verhalten aufzubauen, müssen sowohl grundlegende kognitive Fähigkeiten als auch soziale Fertigkeiten trainiert werden. Der reine Abbau auffälliger Verhaltensweisen allein führt in der Regel zu noch größeren Verhaltensdefiziten. Wenn die Jugendlichen Fehlverhalten ablegen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie über angemessene Verhaltensweisen verfügen. Es müssen also Verhaltensalternativen vermittelt werden.
Eine Grundlage für die Entwicklung von sozialer Kompetenz ist
die Selbstachtung. Nur wer das eigene Leben für wertvoll erachtet,
kann sich für andere interessieren und für andere Menschen
Fürsorge, Empathie oder Solidarität empfinden.
Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit,
Konflikt- und Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, kommunikative
Kompetenz, Ausdauer und Durchhaltevermögen, Toleranz und Verantwortungsbereitschaft
, Kreativität werden überall gefordert . Jugendliche
lernen, diese Fähigkeiten bei sich selbst wahr zu nehmen und Vertrauen
in die eigenen Fertigkeiten zu entwickeln. Im KST werden die kognitiven Voraussetzungen dafür geschaffen und entsprechende Fertigkeiten trainiert. Somit unterstützt das konfrontative
Sozialtraining die Jugendlichen dabei, ihre Persönlichkeit positiv
zu entwickeln
Was ist ein konfrontatives Sozialtraining:
Es handelt sich dabei
um ein zeitlich limitiertes Gruppentraining für Jugendliche
und junge Erwachsene. Das KST stellt ein klar gegliedertes Verhaltenstraining dar. Die Struktur der Sitzungen ist dabei gleich bleibend. Die einzelnen Trainingssitzungen beziehen die Alltagserfahrungen der Teilnehmer mit ein und haben die Störkung der Selbstachtung zum Ziel. Gleichzeitig
lernen die Jugendlichen, ihr persönliches Verhalten zu reflektieren
und ihre eigenen Anteile an der Entstehung von Konflikten (welcher
Art auch immer) zu erkennen. Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten
und Aggressionen verhindert die Isolation, vor allem aber auch das
Entstehen von Gewalt.
Ähnlich wie das Antigewalttraining besteht daher auch das Sozialtraining
aus handlungs- und erfahrungsorientierten Einheiten.
Dauer des Trainings:
Das Training wird in Gruppen zwischen 4 und 8 Teilnehmern durchgeführt. Es dauert je nach Gruppe zwischen 12 und 15 Wochen. Die Dauer einer Gruppensitzung umfasst jeweils 2,5 Zeitstunden. Der Umfang des Trainings berägt je nach Teilnehmerzahl somit zwischen 30 und 37,5 Stunden.
Veranstaltungen finden i.d.R. 1 x wöchentlich statt.
Globalziele des Trainings:
Primär geht es im Konfrontativen Sozialtraining darum, Jugendlichen zu einer angemessenen Selbstbehauptung zu verhelfen.
Weitere Ziele sind:
- eine differenzierte soziale Wahrnehmung
- das Erkennen und äußern von Gefühlen; Dabei ist vor allem das sichere Interpretieren der eigenen Körpersignale wichtig,
- Empathiefähigkeit und Einfühlungsvermögen werden entwickelt und geschult. Das geschieht im Sinne einer Bewertung der Folgen des eigenen Handelns
- Kooperation als Alternative zu aggressivem oder sozial isolierendem und ängstlichem Verhalten wird trainiert
Inhalte des Konfrontativen Sozialtrainings:
Kompetenztraining - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -In jeder Veranstaltung erwerben die Teilnehmer neue Kompetenzen. Das Kompetenztraining wird somit in nahezu alle Trainingsmodule eingebaut. Im Mittelpunkt stehen die Förderung und das Entdecken der tatsächlichen Begabungsreserven des Jugendlichen. Verborgene Talente und Ressourcen werden aktiviert und/oder neu entdeckt. Die Teilnehmer werden sich über eigene Stärken und Schwächen bewusst und können durch ihren persönlichen Erkenntnisgewinn ihr Verhalten neu gestalten.
Oft fehlen wichtige Fertigkeiten, die den Kern für die Entwicklung von Sozialkompetenz beinhalten. Die Verbesserung des realen Kompetenzniveaus durch Selbstcoaching, die Verbesserung der Rollenreflexion (z.B. Männerrolle) und die Verbesserung des Rückzugsverhaltens unter realen Provokationsbedingungen werden erlernt und eingeübt.
Das geschieht z.B. durch strukturierte Rollenspiele, Entspannungs und Aufwärmübungen, biografische Arbeit, ein coolnesstraining, Kommunikations und Wahrnehmungsübungen, Arbeit mit Gefühlen u.v.m.
Konfrontationsphase
Die Konfrontationssitzung, durch die jeder Teilnehmer geht, bildet dabei den Kernpunkt des Trainings. Die Konfrontation wird Die Teilnehmer werden von der ersten Sitzung an darauf vorbereitet. Ziel der gemeinsam durchgeführten Konfrontation ist es, die anderen Teilnehmer dazu zu befähigen, angemessene und emotionale Kritik zu äußern, ohne dabei die Persönlichkeit des Konfrontierten zu entwerten. Die Konfrontation dient dazu, dem Jugendlichen verdeutlichen, dass er sich durch sein Handeln selbst blockiert und somit sein persönliches Wachstum verhindert
Mit jedem Teilnehmer wird eine ca. 1 bis 1,5 stündige Konfrontation durchgeführt.
An der Konfrontation können Angehörige , Konfliktgegner und/oder Gäste teilnehmen.
Unter besonderen Umständen kann auch eine zweite Konfrontation zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.
Realisationsphase
Die neu erworbenen Kompetenzen und Erkenntnisse werden von Beginn des Trainings an in den Alltag integriert. Keine der dargestellten Phasen ist für sich genommen als Wirkfaktor ausreichend. Jede Phase für sich ist ein notwendiges, aber kein hinreichendes Element im KAST. Daher ist das Durchlaufen aller Phasen des Trainings unverzichtbar.
Jede Sitzung ist nach dem gleichen
Schema aufgebaut und besteht aus einer möglichst kurzen theoretischen
Einführung
in unterschiedliche Themen (z.B wie funktioniert Wahrnehmung;
wie Kommunikation? Was bedeutet Kooperation?; wie entsteht Gewalt,
was ist das überhaupt ? Opferempathie Machttypen Legitimationsstrategien
etc.)
Die Theorie wird anschließend durch praktische Übungen
vertieft. Andere Übungen dienen vor allem dem Erwerb von sozialen
Fertigkeiten (Antiblamiertraining, Vertrauen auf die eigene Intuition
Entspannungsübungen Übungen zur Gruppenbildung Körpersignale;
Körpersprache, Partnerübungen Provokationsübungen
Rollentraining; Rollenspiele;, Referate, Reden Selbstbehauptung/
Selbstverteidigung Spiel und Spass und Spass am Spiel, Wahrnehmungsübungen
u.v.m.)
Zu speziellen Themen ( z.B. Umgang mit Suchtmitteln; Lebensplanung-
und Perspektiven etc.) werden wie im KST auch kompetente Gäste
eingeladen.
Vertragsabschluß:
Mit allen Teilnehmern und
den zuweisenden Institutionen wird ein Vertrag über Art, Dauer,
Umfang der Maßnahme, die Aufgabenverteilung
und ggf. die Erlaubnis zur Akteneinsicht geschlossen.
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